Autor:
Andreas Hemetsberger
Veröffentlicht am:
October 13, 2026
Lesezeit:
10 Min

Seit Ende August 2026 wird in Österreich Werbung direkt in ChatGPT ausgespielt. Der Kanal ist also gerade einmal ein paar Wochen alt und genau deshalb spannend. Wer jetzt startet, besetzt eine Fläche, auf der der Wettbewerb noch gar nicht angekommen ist und die Klickpreise noch nicht hochgeboten sind.
Ich habe für einen Kunden, eine Eventlocation in Wien, eine der ersten ChatGPT-Kampagnen in Österreich aufgesetzt. In diesem Artikel zeige ich dir die echten Zahlen aus den ersten 14 Tagen, was mich positiv überrascht hat, wo der Kanal noch klar hakt und für wen sich der Einstieg jetzt schon lohnt. Ohne Hype, aber auch ohne die übliche Skepsis, die bei jedem neuen Werbekanal mitschwingt.

ChatGPT Ads sind bezahlte Anzeigen, die direkt im Chat erscheinen, und zwar unterhalb einer Antwort, wenn das Thema des Gesprächs zum Angebot eines Werbetreibenden passt. Die Anzeige ist klar als „Gesponsert“ gekennzeichnet und optisch von der eigentlichen Antwort getrennt. Pro Antwort wird in der Regel eine einzelne Anzeige ausgespielt.
Der entscheidende Unterschied zu Google Ads liegt im Auslöser:
Statt starrer Keywords beschreibst du also Situationen, in denen deine Anzeige erscheinen soll. Das klingt nach einem kleinen Detail, verändert aber die ganze Denkweise beim Kampagnenaufbau. Dazu kommt: Personalisierte Werbung auf Basis früherer Chats gibt es im EWR zum Start nicht. Ausgespielt wird hier rein nach dem Kontext der aktuellen Unterhaltung.
Bevor du Budget einplanst, solltest du wissen, wen du mit ChatGPT Ads überhaupt erreichst:
Für den Test habe ich eine Kampagne mit drei Anzeigengruppen aufgesetzt, jeweils nach Anlass getrennt: Business Events, Firmenfeier & Jubiläum und Weihnachtsfeier. Jede Gruppe bekam eigene Kontexthinweise, also Beschreibungen der Situationen, in denen jemand genau so eine Location sucht. Abgerechnet wird pro Impression (also pro tausend Einblendungen, nicht pro Klick), die Gebotsstrategie ist auf „Ergebnisse maximieren“ gestellt und die Kampagne auf Conversions optimiert.

Rund 25.000 Einblendungen und 331 Besucher auf der Website für knapp 600 €. Und das in einem lokalen Nischenmarkt wie Eventlocations in Wien. Für einen Kanal, der erst wenige Wochen alt ist, ist das ein starker Start.

Das zeigt schon nach zwei Wochen ein Muster: Je konkreter der Anlass, desto besser funktioniert die Anzeige. Ein klar umrissenes Szenario („Weihnachtsfeier für das Team“) passt besser zum Gesprächskontext als eine allgemeine Kategorie.
Der OpenAI-Pixel hat im Testzeitraum 9 Conversion-Ereignisse auf der Website erfasst. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber der Zeit davor. Direkt einer Anzeige zugeordnet wurde davon bisher eine Anfrage, und zwar aus der Gruppe Weihnachtsfeier.

Warum dieser Unterschied? Eine Firmenfeier wird nicht spontan gebucht. Meist sind mehrere Personen an der Entscheidung beteiligt, es werden Angebote verglichen und der eigentliche Kontakt kommt oft Tage später, über einen anderen Weg, ein anderes Gerät oder einen Kollegen. Dann zählt der Pixel das Ereignis, kann es aber nicht mehr eindeutig der Anzeige zuordnen.
ChatGPT ist in dieser Kette häufig der erste Kontaktpunkt: Jemand lernt die Location kennen, schaut sich die Website an und kommt später über Google oder direkt zurück. Genau deshalb ist sauberes Tracking so wichtig. Und genau deshalb sind zwei Wochen noch keine Bewertung, sondern eine Lernphase.

So gut die Reichweite ist, es gibt einen Punkt, der den Kanal aktuell ausbremst: Die Anzeigen sind leicht zu übersehen. Sie erscheinen immer ganz unten, nach der kompletten Antwort von ChatGPT.
Und hier liegt das Problem: Viele Nutzer lesen eine Antwort gar nicht bis zum Ende. Sie überfliegen den Anfang, holen sich die Information, die sie brauchen, und tippen die nächste Frage. Bei langen Antworten rutscht die Anzeige so weit nach unten, dass sie oft gar nicht im sichtbaren Bereich landet. Eine Impression wird gezählt, wirklich wahrgenommen wird die Anzeige aber nicht immer.
Dazu kommt die bewusst zurückhaltende Gestaltung. Für das Vertrauen der Nutzer ist das gut, für die Aufmerksamkeit eher nicht. Hier wünsche ich mir, dass OpenAI an der Platzierung oder an der Hervorhebung nachschärft. Bis dahin heißt es: das Beste aus der Fläche herausholen.

Bei Google Ads ist das Tracking inzwischen Routine: Im Google Tag Manager gibt es fertige Vorlagen, Conversions lassen sich mit wenigen Klicks aus GA4 übernehmen, vieles ist vorkonfiguriert.
Bei ChatGPT Ads ist das (noch) anders. Das Setup ist inzwischen okay, aber deutlich händischer. Den Pixel und die Conversion-Events habe ich über Custom-HTML-Tags im Google Tag Manager eingebaut, die Events selbst definiert und getestet. Dazu kommt das Thema Einwilligung: Die Tags dürfen erst feuern, wenn der Besucher im Cookie-Banner zugestimmt hat. Das sauber mit dem Consent-Banner zu verzahnen, ist kein Hexenwerk, aber auch nichts, was man nebenbei erledigt.
Warum ich das so betone: Ohne funktionierendes Tracking optimiert die Kampagne ins Leere. Die Gebotsstrategie kann nur dann auf Ergebnisse hinarbeiten, wenn sie weiß, was ein Ergebnis ist. Deshalb steht bei mir das Tracking immer an erster Stelle, noch bevor die erste Anzeige live geht. Wer es ganz genau will, ergänzt das Ganze mit Server Side Tracking, damit weniger Daten durch Browser-Blocker verloren gehen.
Ein Test lohnt sich besonders, wenn …
Eher noch warten solltest du, wenn …
Die ehrliche Antwort: beides, aber in der richtigen Reihenfolge. Google Ads fängt die Nachfrage ab, die bereits besteht. Wer „eventlocation wien“ sucht, weiß schon, was er will. ChatGPT Ads erreichen Menschen einen Schritt früher: in der Planungs- und Recherchephase, oft bevor überhaupt gesucht wird.
Für die meisten Unternehmen bleibt Google Ads deshalb die Basis. ChatGPT Ads kommen als zweiter Kanal dazu, mit einem klar begrenzten Testbudget und sauberem Tracking, damit du nach ein paar Wochen weißt, ob sich der Kanal für dich rechnet.
Zwei Dinge sind mir dabei wichtig:
Für den Einstieg biete ich einen Pilot-Test um 1.380 € einmalig an (Setup inkl. Tracking + Betreuung der Pilotphase, zzgl. USt.). Das Werbebudget zahlst du separat und direkt an OpenAI.
ChatGPT Ads sind kein Wunderkanal, aber ein sehr spannender. Die Reichweite ist groß, die Klickpreise sind fair und die Anzeigen erscheinen dort, wo Menschen tatsächlich planen. Die größte Schwäche ist aktuell die Platzierung ganz unten unter der Antwort, und das Setup verlangt mehr Handarbeit als bei Google Ads.
Genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt: Wer früh startet, sauber misst und aus den ersten Wochen lernt, ist bereit, wenn der Kanal erwachsen wird und die Konkurrenz nachzieht.
Du willst wissen, ob ChatGPT Ads für dein Unternehmen Sinn ergeben? Stell dir hier dein Paket zusammen oder buche gleich einen Call. Ich sag dir ehrlich, ob sich ein Test für dich lohnt.

Nein, sie ergänzen sie. Google Ads fängt Nachfrage ab, die bereits besteht. Jemand sucht gezielt nach deinem Angebot. ChatGPT Ads erreichen Menschen früher, in der Planungs- und Recherchephase. Für die meisten Unternehmen bleibt Google Ads die Basis, ChatGPT Ads kommen als zweiter Kanal mit klar begrenztem Testbudget dazu.
Laut OpenAI nicht. Anzeigen erscheinen unterhalb der Antwort, sind klar als „Gesponsert“ gekennzeichnet und laufen auf getrennten Systemen. Du kaufst also Sichtbarkeit unter der Antwort und keinen Platz in der Antwort selbst.
Nein. Anzeigen werden aktuell nur Nutzern der Tarife Free und Go ausgespielt. Wer Plus oder Pro zahlt, sieht keine Werbung. Auch Konten, die als minderjährig eingestuft sind, und Gespräche zu sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik bleiben werbefrei. Die erreichbare Zielgruppe ist trotzdem groß, weil die meisten Menschen ChatGPT kostenlos nutzen.
Die Kosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen: dem Werbebudget, das du direkt über deinen eigenen Account an OpenAI zahlst, und dem Honorar für Setup und Betreuung. Im Praxistest lagen die Klickpreise bei rund 1,50 bis 2 €. Für den Einstieg biete ich einen Pilot-Test um 1.380 € einmalig an (zzgl. USt.). Hier kannst du dein Paket zusammenstellen.