Eine Hand hält ein Smartphone mit einer QR-Scan-App neben einem in Schaumstoff verpackten Paket in einem Lagerhaus und veranschaulicht so die digitale Bestandsverfolgung und Logistik.

Greiner

Aus einem Logistik-Kreislauf wurde eine App: Jede Transportbox bekommt über den QR-Code einen digitalen Zwilling. Rollenbasiert bedienbar von Kunde bis Super User, scan-first und schnell genug für den Alltag an der Packstation.

UI/UX Design

Klient
Greiner
Jahr
2025
Leistungen

UX Design

·

UX-Strategie

·

User-Flows & Informationsarchitektur

·

UI Design

·

Stack
Icon Figma Logo
Icon Miro

Greiner Circular ersetzt Einweg-Transportkartons durch wiederverwendbare PP-Boxen im Miet-Kreislauf. Damit das Modell aufgeht, muss jede einzelne Box ihr Leben lang nachvollziehbar sein. Vom ersten Scan bis zum Recycling. Die Aufgabe war, diese physische Logistik in eine App zu übersetzen, die drei sehr unterschiedliche Nutzergruppen bedient, ohne kompliziert zu werden: Kunden, die nur Mängel melden, und Super User, die Qualität prüfen und Entscheidungen treffen. Aus User-Flows und Mindmaps entstand eine scan-first Mobile-Web-App, die den kompletten Umlauf einer Box sichtbar, prüfbar und dokumentierbar macht.

Die grosse Herausforderung

Die Schwierigkeit lag nicht im einzelnen Screen, sondern im Zusammenspiel von Rollen, Rechten und Zuständen. Dieselbe Box wird von drei Nutzertypen angefasst. Admin (legt Box an und vergibt QR-Codes), Kunde (darf ausschließlich kleine Mängel melden und Infos hinzufügen) und Super User (macht den Qualitätscheck, entscheidet über Reinigen, Reparieren, Recyceln oder QR-Code-Erneuerung und kann eine Box „löschen", also archivieren). Jede Rolle sieht denselben QR-Code, aber eine andere App.Dazu kam ein handfestes Kontext-Problem: bedient wird nicht am Schreibtisch, sondern am Fließband und im Lager auf dem Handy, oft in Eile, teils mit Handschuhen. Der Flow musste scan-first sein, mit möglichst wenigen Taps zwischen „Box scannen" und „Aktion abgeschlossen". Und weil ein Qualitätscheck verzweigt (Bestanden / Nicht bestanden → mehrere Folge-Aktionen, die sich verketten), musste die Entscheidungslogik im Interface so geführt sein, dass niemand einen Zwischenschritt vergisst.

Der Schlüssel war eine rollenbasierte, scan-first Architektur mit drei getrennten, aber visuell konsistenten Flows. Der QR-Scan ist immer der Einstieg. Er lädt den digitalen Zwilling der Box und entscheidet, welche Oberfläche erscheint. Der Kunden-Flow ist bewusst schlank gehalten: Box scannen, Mangel per Badge markieren (Kleiner Mangel, Optischer/ Mechanischer Schaden), optional dokumentieren, speichern. Mehr Rechte gibt es nicht, mehr Komplexität auch nicht. Der Super-User-Flow trägt die eigentliche Entscheidungslast und führt Schritt für Schritt durch den Qualitätscheck: Bestanden oder nicht, dann die passende Aktion. Reinigen, Recycle, Reparieren oder QR-Code erneuern –, jeweils mit klaren Zwischenscreens („Starte die Reinigung", „Box wieder einsatzbereit?") und logischer Verkettung, sodass sich Folge-Aktionen sauber aneinanderreihen.Getragen wird alles von einer ruhigen, dunkelgrünen Greiner-Circular-Farbwelt mit einem limegrünen Signal-CTA, farbcodierten Mangel-Badges (Orange = klein, Blau = optisch, Rot = mechanisch) und freundlichen Illustrationen für die Prozess-Momente (Reinigung, Recycling, Reparatur). Der immer sichtbare Umlauf-Zähler und die Boxhistorie machen aus nüchterner Logistik ein sichtbares Nachhaltigkeits-Argument. Vom Low-Fi-Wireframe bis zum klickbaren High-Fidelity-Prototyp wurde jeder Pfad durchgetestet.

Wie ich es gemeistert habe

Das Ergebnis

Aus einem komplexen Logistik-Kreislauf wurde ein Interface, das man in Sekunden versteht. Jede Transportbox hat über ihren QR-Code einen digitalen Zwilling, der ihren gesamten Umlauf abbildet. Zählerstand, Mängel, Historie, letzte Aktion. Drei Nutzerrollen arbeiten am selben Objekt, ohne sich in die Quere zu kommen: Kunden melden Mängel in wenigen Taps, Super User führen den Qualitätscheck und alle Folge-Aktionen sicher zu Ende. Der scan-first Aufbau macht die App alltagstauglich für Lager und Packstation, und der sichtbare Umlauf-Zähler verwandelt Nachhaltigkeit von einem Versprechen in eine nachvollziehbare Zahl. Das Ergebnis ist ein durchgängiges, rollenbewusstes Produkt. Vom Wireframe bis zum klickbaren Prototyp konsistent gedacht.

Ein weißer Versandkarton mit QR-Code und Pfeilen, die nach oben zeigen, steht auf einer Palette in einem geschäftigen Lagerhaus; im Hintergrund sind Regale, Mitarbeiter und Pakete zu sehen.
Ein muskulöser, kahlköpfiger Mann leuchtet violett; er kauert mit ausgestreckten Armen da, während sich wirbelnder Rauch um seine Fäuste legt und eine dramatische, intensive Szene schafft.

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